Licht am Ende des Zuges
Modellbahnanlagen werden heute überwiegend digital gesteuert. In unserem Club verwenden wir hauptsächlich das DCC- Format (Digital Command Control). Eine Digitalzentrale verarbeitet dabei alle Befehle, die über einen Handregler und/ oder ein Computerprogramm eingegeben werden. Dadurch werden dann Weichen, Signale und Fahrzeuge gesteuert.
Für eine automatische Steuerung muss das Computerprogramm jederzeit wissen, wo sich Züge auf der Anlage befinden. Dazu wird die Strecke vollständig in Gleisabschnitte unterteilt, die über Gleisbesetztmelder den Zustand „frei“ oder „belegt“ melden. Weiterhin sollte jeder Zug am Anfang und am Ende eine stromabnehmende Achse haben. So wird gewährleistet, dass von erster bis zur letzten Achse der Gleisabschnitt als „Frei“ oder „Belegt“ erkannt wird. Dadurch können Fehler in der Zugsteuerung durch „verlorene“ Wagen minimiert werden. Mit einem Triebfahrzeug voran wird der Zuganfang sicher erkannt, da bei vielen Modellen (fast) alle Achsen den Strom abnehmen. Für das Zugende kann am letzten Wagen eine Achse mit einem Widerstand oder mit Widerstandslack überbrückt werden und so als Stromabnehmer für einen Stromfluss von 3 bis 6 mA dienen. Die hier vorgestellte Schaltung erweitert dieses Prinzip mit einer funktionalen Zugschlussbeleuchtung.
Bei Güterzügen wird der letzte Wagen mit roten Schlussleuchten ausgestattet. Wenn bei Personenzügen ein Packwagen am Ende des Zuges läuft, kann hier die Schaltung eingebaut werden. Vollständige Bausätze für TT- Zugschlusslaternen bietet u.a. Jürgen Körner an (www.modellbahn-koerner-online.de). Den modifizierten Schaltplan zeigt Bild 1. Mit Kontakten an den Achsen wird die Digitalspannung (Dispa) in das Wageninnere geführt, z.B. über die mitgelieferten Stromabnehmer für die Radscheiben. Für bessere Laufeigenschaften verwenden wir alternativ bedrahtete Messingbuchsen von PeHo, dazu dann isolierte Radsätze (www.peho-kkk.de).
Bild 1 Schaltplan der Zugschlussbeleuchtung
Der Brückengleichrichter Br1 erzeugt aus der Digitalspannung eine Gleichspannung von ca. 13V, gemessen an einer Daisy II- Zentrale von Uhlenbrock. Der Widerstand R1 begrenzt den Ladestrom für den Stützkondensator C1, der kurze Spannungsunterbrechungen im Fahrbetrieb ausgleicht. Über R3 wird der Strom durch die Gleisbesetztmelder so eingestellt, dass ein Signal „Rückmelder belegt“ sicher ausgelöst wird. Zu R3 liegen parallel die Leuchtdioden D1 und D2 der Zugschlussbeleuchtung.
Mit dem Vorwiderstand R2 wird der fließende Strom und somit die Leuchtkraft eingestellt. Bei ca. 8 mA ist das Zugschlusssignal ausreichend sichtbar. Nach unserem subjektiven Empfinden waren die Leuchtpunkte noch zu hell und wir haben R2 bis auf 18 kOhm erhöht.
Die Bauteile lassen sich auf einer kleinen Universalleiterplatte unterbringen (Bild 2). Bei beengten Platzverhältnissen, z. B. bei Kesselwagen, kann die Schaltung in freier Verdrahtung unter dem Wagen platziert werden (Bild 3).
Mit der vorgestellten Schaltung lösen die Gleisbesetztmelder zuverlässig das Belegtsignal aus. Die dauerhafte Belastung der Digitalspannung durch die Leuchtdioden ist vertretbar. Das rote Schlusslicht setzt zusätzlich einen schönen optischen Akzent am Ende des Zuges. Bild 4 zeigt die Zugschlusslaternen an verschiedenen TT- Wagen in Funktion.
Die Schaltung lässt sich leicht auf andere Nenngrößen übertragen. Für eine sichere Rückmeldung ist R3 entscheidend, die LED- Helligkeit wird über R2 an die jeweilige Digitalspannung angepasst.
Bild 2 Schaltung im offenen Güterwagen

Bild 3 Schaltung unter einem Kesselwagen

Bild 4 Zugschlussbeleuchtungen in Funktion



